Bodenschätzung im Landkreis Ostallgäu und Landsberg

 


Bayern das erste exakt vermessene Land Europas

Auslöser dafür war Napoleon.

Nach der französischen Besetzung Bayerns im Frühjahr 1800 setzte Napoleon die „Comission des Routes“ ein die ganz Bayern für ein exaktes Kartenwerk vermessen sollte. Der Grund dafür war natürlich militärischer Natur, außerdem wollte Napoleon von allen besetzten Ländern ein genaues Kartenwerk haben.

Diese Vermessungsarbeiten konnten jedoch bis zum Frieden von Luneville im Februar 1801 nicht beendet werden.

Am 19. Februar 1801 gründete der Bayerische Kurfürst Max IV. Joseph, der spätere König Max Joseph I, das Topographische Bureau, den Vorläufer des Bayerischen Landesvermessungsamtes. Durch diese Behörde wurde von 1808 bis 1864 ganz Bayern vermessen. Durch diese Vermessung entstanden insgesamt 23.000 so genannte Uraufnahmeblätter. Diese Uraufnahmeblätter wurden auf Solnhofener Steinplatten graviert und mittels Steindruck vervielfältigt.

Beispiel eines Uraufnahmeblattes

Noch in Bayerisch-Französischer Kooperation unter der Leitung des Französischen Offiziers Oberst Bonne wurde im Sommer 1801 der sog. Bayerische Urmeter vermessen.

Der Urmeter lag auf der Strecke München – Aufkirchen (bei Erding) diese Basislinie hatte eine Gesamtlänge von rund 20 km.

Der Bayerische Urmeter (Aquarell von Daumiller)

Dieser Urmeter wurde zwischenzeitlich mit modernsten Vermessungsmethoden nachgemessen. Auf der Gesamtstrecke von 20km hatten sich die damaligen Vermesser nur um 70cm (etwa 3 cm pro km) „vermessen“.

Bei der Reichsbodenschätzung waren ähnlich exakte Vermessungsergebnisse vorhanden. Man kann nur sagen: Hochachtung vor den damaligen Kollegen die nur mit Kompass, Bandmaß und Schrittmaß solche exakten Ergebnisse zustande brachten.