Die Gliederung der Bayerischen Flurkarten/ Bodenschätzungskarten (Soldner-System) |
Die Koordinatensysteme der Landesvermessungen sind von grundlegender Bedeutung für die Kartographische Darstellung. Das System der Bayerischen Landesvermessung wurde von dem Physiker, Mathematiker und Astronom Johann Georg von Soldner entwickelt. Dieses Sytem in Süddeutschland war dem norddeutschen System deutlich überlegen, da hier für das gesamte Land von einem einzigen Nullpunkt ausgegangen wurde. Dieser Nullpunkt lag in der seinerzeitigen Helmstange des nördlichen Turmes der Frauenkirche in München. Durch die Achsen und einem darauf geschlagenen Großkreis wurde Bayern in vier Quadranten (Regionen) unterteilt. (NO= Nordost, NW= Nordwest, SO= Südost, SW= Südwest) Zur Begrenzung der Kartenblätter wurden die Abschnitte der X-Achse und der Y-Achse in gleiche Abschnitte von jeweils 8000 Bayerische Schuh unterteilt (= 2334,8733m). Die Abschnitte von Nord nach Süd werden als Schicht bezeichnet, die von Ost nach West als Nummer. Aufgrund dieser Einteilung ist ganz Bayern in gleichgroße Quadrate unterteilt und jedes Kartenblatt kann genau bezeichnet werden. Die Bezeichnung wird nach folgender Reihenfolge vorgenommen: Region-Schicht-Nummer So findet man z.B. die Stadt Kaufbeuren (Stadtmitte) auf dem Kartenblatt: SW 13-31 Die Bodenschätzungskarten sind demzufolge genauso eingeteilt, da die Grundlage immer die amtliche Flurkarte ist. Ein Standardkartenblatt Maßstab 1:5000 hat die Maße (einschl Rand) von 60x60cm. Wenn ich meine Karten (nur des Landkreises Ostallgäu) chronologisch aneinander legen würde bräuchte ich einen Raum mit 17 Meter Länge und 11 Meter Breite. Diese Karteneinteilung kann auf keinen Fall mit dem heutigen Gauß-Krüger-System bzw dem UTM-Gitter verglichen werden. Es ist eine völlig eigenständige Karteneinteilung, die bei der Bayerischen Landesvermessung geschaffen wurde und noch heute angewendet wird. |